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Nachfolgend einige Informationen zu Aktien von deutschen Gesellschaften.

Die Rechtsordnung eines jeweiligen Landes bestimmt die Rechte, die ein Aktionär hat, wenn er Besitzer einer ausländischen Aktionärsurkunde ist.

a) Grundlagen
  • Der Aktionär ist nicht Gläubiger, sondern Teilhaber
    Der Eigentümer einer Aktie ist Mitinhaber der Gesellschaft, die die Aktien ausgibt. Im nachfolgenden sind die Rechte, aber auch Pflichten des Aktionärs beschrieben - insbesondere die Pflicht zur Leistung der Einlage auf das Grundkapital. Die Höhe der Einlage ist auf den Ausgabebetrag der Aktien begrenzt (Nennwert + ggf. Agio). In einer Aktienurkunde muss vermerkt werden, ob im einzelnen noch andere Nebenpflichten bestehen.
  • Nennwert- und Stückaktien
    Die Nennwert- und die Stückaktie gibt es in Deutschland. Die Aktiengesellschaft darf nur eine der beiden Aktienformen ausgeben.
    • Nennwertaktien: Der Nennwert einer Aktie stellt die Höhe des Anteils am Grundkapital der Gesellschaft dar und hat einen festen Geldbetrag. Der Nennwert mal die Anzahl der ausgegebenen Aktien ergeben das festgelegte Grundkapital der Gesellschaft. Die Summe der Anteile der Aktiennennwerte des Aktionärs ergeben die Beteiligungsquote an dem gesamten Grundkapital.
    • Stückaktien: Eine Stückaktie bezeichnet einen in der Satzung festgelegten Anteil des Grundkapitals. Der Anteil der Aktien wird nicht in einem Geldbetrag ausgedrückt, sondern durch deren Stückzahl. Die Rechte und die Beteiligungsquote eines Aktionärs ergeben sich also aus dem Verhältnis der von ihm gehaltenen zu der insgesamt ausgegebenen Aktienstückzahl. Der Betrag einer Aktie muß mindestens 1 Euro betragen.

    Sollte die Gesellschaft beschließen, z.B. von der Nennwertaktie auf die Stückaktie zu wechseln, ergeben sich wirtschaftlich und wertmäßig keine Unterschiede, solange die festgelegte Stückzahl der Aktien und das Grundkapital unverändert bleiben.
    Es ist für die Vermögensanlage unerheblich, ob der Aktionär Stück- oder Nennwertaktien kauft. Der Kurs einer Aktie kann vom Nennwert abweichen. Aus Angebot und Nachfrage ergibt sich der Kurswert einer Aktie. Der Kurswert zeigt die Wertzuwächse und die Werteinbußen des Vermögens einer Aktiengesellschaft.
  • Dividenden und Wertsteigerungen
    Die Aktien bieten dem Anleger zwei verschiedene Ertragsquellen:
    • Dividendenausschüttung und
    • Kursgewinne.

    Die Aktie ist ein Risikopapier, sie garantiert weder Kursgewinne noch Dividenden. Bei einer Dividendenausschüttung steht dem Aktionär immer ein bestimmter Anteil daran zu.
b) Rechte des Aktionärs
Die Rechte eines Aktionär ergeben sich aus dem Aktiengesetz und aus der Satzung der Gesellschaft. Meistens sind es Verwaltungs- und Vermögensrechte, die im nachfolgenden dargestellt werden.
  • Vermögensrechte
    Vermögensrechte sind die mit der Aktie verbundenen Anteilsrechte am Gesellschaftsvermögen.
    • Anspruch auf Dividende
      Die Dividende ist die jährliche Gewinnausschüttung einer Aktie. Sie ist vom Bilanzgewinn abhängig, den das Unternehmen im Geschäftsjahr ausweist. Unter Berücksichtigung des Aktiengesetzes und der Satzung beschließt die Hauptversammlung über die Gewinnverwendung. Der Gewinn eines Aktionärs richtet sich nach seinem Anteil am Gesellschaftskapital.
    • Unterschiedliche Dividendenberechtigung
      Sollte eine Kapitalerhöhung stattfinden, können die Emissionsbedingungen vorsehen, dass neue Aktien für das laufende Geschäftsjahr eine geringere Dividendenberechtigung erhalten als Aktien, die bereits im Umlauf befindlich sind.
    • Dividendenbesteuerung
      25% Kapitalertragssteuer wird von der Dividende einbehalten. Bei späterer Steuerveranlagung wird der Einbehalt als Vorauszahlung gewertet. Für die von der Gesellschaft bereits abgeführte Körperschaftssteuer erhalten die Aktionäre eine Steuergutschrift. Diese Steuergutschrift von der Körperschaftssteuer beträgt 3/7 der Dividende. Die Kapitalertragssteuer und die Körperschaftssteuer wird ausbezahlt, wenn dem Kreditinstitut ein Freistellungsauftrag mit ausreichendem Freibetrag vorliegt.
    • Bezugsrecht
      Bei einer Kapitalerhöhung werden durch das Bezugsrecht bestehende Stimmrechtsverhältnisse gesichert. Durch das Bezugsrecht werden mögliche Vermögensnachteile ausgeglichen.
    • Wahrung der Stimmrechts- und Beteiligungsverhältnisse
      Die Wahrung der Eigentumsverhältnisse an der Gesellschaft ist die Aufgabe des Bezugsrechts. Bei einem Aktionär, der sein Bezugsrecht nutzt, bleibt der Anteil an der Gesellschaft gleich. Die Erhaltung der Beteiligungsquote hat für Großaktionäre mehr Priorität bei ihrer Entscheidung über die Teilnahme an der Kapitalerhöhung als bei Privatanlegern.
    • Schutz vor Vermögensverlusten
      Eine weitere Aufgabe des Bezugsrechtes ist der Schutz vor Vermögensverlusten. Nach der Kapitalerhöhung bildet sich ein Mittelkurs. Dieser errechnet sich durch die neuen Aktien mit niedrigerem Kurs und der Notierung der alten Aktien. Der Mittelkurs liegt unter dem Kurs der alten Aktien und über dem Emissionskurs der neuen Aktien. Der Aktionär wird für die alten Aktien bei der neuen Notierung einen Kursverlust hinnehmen müssen, während der Aktionär für die jungen Aktien einen Kursgewinn erzielt.
      Kursgewinne und -verluste soll das Bezugsrecht kompensieren, d.h. durch die Kapitalerhöhung bleibt das Vermögen des Aktionär unverändert, egal, ob er das Bezugsrecht ausübt oder nicht. Es wird nur eine Vermögensumschichtung von liquiden Mitteln in Aktien oder umgekehrt stattfinden. Die Erwartungen der Marktteilnehmer, die sie mit der Kapitalerhöhung und den Zukunftsaussichten der Gesellschaft verbinden, spiegeln sich in den Aktienkursen und den Bezugsrechtsnotierungen wider. Es können sich dadurch Vermögensveränderungen ergeben. Wenn nach einer Kapitalerhöhung Kurssteigerungen eintreten, hat der Anleger einen finanziellen Vorteil. Die Dividende der Aktie sollte zumindest gleich bleiben.
    • Bezugsfrist und Bezugsrechtshandel
      Der festgelegte Ausgabepreis neuer Aktien liegt unterhalb des Börsenkurses der Altaktien. Die Bezugsfrist beträgt 2 Wochen. In dieser Zeit hat der Aktionär die Möglichkeit, neue Aktien zum Ausgabepreis - gegen die Hergabe entsprechender Bezugsrechte - zu erwerben. Die Anzahl der zu kaufenden Aktien ist vom Bezugsrecht abhängig. Auf den Kurs der Altaktie erfolgt am ersten Tag der Bezugsfrist ein Abschlag. Dieser Abschlag errechnet sich aus der Höhe des rechnerischen Wertes des Bezugsrechts. Das heißt, die Aktie wird an der Börse als "exBR" (ex-Bezugsrecht) gehandelt und notiert. Während der Bezugsfrist wird das Bezugsrecht an der Börse selbstständig gehandelt. Ein Aktionär der Gesellschaft kann sich eine erforderliche Anzahl an Bezugsrechten hinzukaufen, wenn er nicht genügend Aktien besitzt, um weitere zu erwerben. Der Aktionär kann auch überschüssige Bezugsrechte veräußern. Wenn der Aktionär bis zum vorletzten Tag kein Anweisungen an sein Kreditinstitut gegeben hat, verkauft die Bank automatisch am letzten Tag der Bezugsfrist die Bezugsrechte an der Börse.
    • Anspruch auf Zusatz- oder Berichtigungsaktien
      Zusatz- oder Berichtigungsaktien werden auch manchmal Gratisaktien genannt. Diese werden an Aktionäre ausgegeben, wenn eine Erhöhung des Kapitals aus Gesellschaftsmitteln durchgeführt wird. Das Unternehmen erhöht sein Aktienkapital aus eigenen Rücklagen. Die Aktionäre brauchen keine Bareinlagen zu leisten. Dadurch verändert sich der Gesamtwert des Unternehmens nicht, sondern verteilt sich auf eine höhere Anzahl von Aktien.
      Der Aktionär erhält zusätzliche Aktien des Unternehmens im Rahmen seiner bisherigen Beteiligung. Die zusätzlichen Aktien, die er bekommt, sind dividendenberechtigt. Die Höhe des Vermögens ändert sich nicht. Um den Berechtigungsabschlag (exBA) ermäßigt sich der Kurs der Aktie entsprechend dem Zuteilungsverhältnis.
      Aufgrund des Zuteilungsverhältnisses und des Aktienbestandes entstehen nicht nur ganze Berichtigungsaktien. Es kann auch zu Teilrechten kommen. Der Aktionär vermag durch Zukauf weiterer Teilrechte die Aktie zu vervollständigen. Er hat auch die Möglichkeit, Teilrechte zu veräußern.
  • Verwaltungsrechte
    An einem Wirtschaftsunternehmen ist ein Aktionär durch seine Aktien beteiligt, er hat aber keine Geschäftsbefugnis. Jeder Aktionär hat Verwaltungsrechte. Diese ermöglichen die Wahrnehmung seiner Interessen als Anteilseigner.
    • Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung
      Die Versammlung der Aktionäre nennt sich Hauptversammlung, die meistens einmal jährlich stattfindet. Die Beschlussfassung in den von Gesetz und Satzung bestimmten Fällen ist die Aufgabe der Hauptversammlung. Das Kreditinstitut informiert den Aktionär von der Einberufung der Hauptversammlung, der Tagesordnung und anderer Anträge. Die Hauptversammlung kann nur mit einer Eintrittskarte (= Stimmkarte) besucht werden, die dem Aktionär auf Wunsch von der Depotbank ausgestellt wird.
    • Auskunftsrecht
      In der Hauptversammlung hat jeder Aktionär das Recht auf Auskunft über recht- und geschäftliche Angelegenheiten der Gesellschaft. Soweit die Auskunft zur Beurteilung eines Tagesordnungspunktes erforderlich ist, muss der Vorstand dem Aktionär Rechenschaft ablegen. Der Vorstand der Gesellschaft verfügt aber in bestimmten Fällen über ein Auskunftsverweigerungsrecht, zum Beispiel bei Betriebsgeheimnissen.
    • Stimmrecht
      Der Aktionär verfügt über ein für ihn sehr wichtiges Verwaltungsrecht, nämlich das Stimmrecht. Dieses räumt dem Aktionär die Beteiligung an der Beschlussfassung der Hauptversammlung ein. Es gilt die Regel: pro Aktie eine Stimme. Stimmberechtigte Aktien nennt man Stammaktien. Kein oder nur in Ausnahmefällen Stimmrecht haben die Aktionäre von Vorzugsaktien, die im allgemeinen über eine bessere Dividende als Stammaktien verfügen.
      Ein Aktionär muss sein Stimmrecht nicht persönlich in Anspruch nehmen. Er kann wahlweise einer anderen Person, einer Institution oder dem Kreditinstitut das Stimmrecht durch eine schriftliche Vollmacht übergeben (Auftragsstimmrecht).
      Wenn er seinem Kreditinstitut die schriftliche Vollmacht übergibt, so kann er diese als Einzelvollmacht für eine bestimmte Hauptversammlung oder als Dauervollmacht für maximal 15 Monate erteilen. Diese Vollmacht ist jederzeit widerrufbar und gewährleistet, dass das Stimmrecht des Aktionärs nicht verloren geht. Der Bevollmächtigte ist ausdrücklich an die Weisungen vom Aktionär gebunden. Sollte trotz konkreter Befragung keine oder keine rechtzeitige Weisung erteilt werden, wird das Kreditinstitut des Aktionärs nach eigenen Vorschlägen handeln, die es dem Anleger zuvor mitgeteilt hat.
c) Ausgestaltung von Aktien
Gestaltungsmöglichkeiten von Aktien bestehen von Seiten der emittierenden Gesellschaft. Es gibt Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Übertragbarkeit sowie der Gewährung von Rechten.
  • Übertragbarkeit
    Die Ausgestaltung hinsichtlich der Übertragbarkeit bestimmt die Möglichkeit der Eigentumsübertragung an der Aktie und schränkt ggf. die jederzeitige freie Handelbarkeit des Wertpapiers (Fungibilität) ein.
    • Inhaberaktien
      Diese Aktien lauten auf den Namen des jeweiligen Inhabers. Ein Eigentumswechsel ist bei Inhaberaktien ohne große Formalitäten möglich. Die meisten deutschen Aktiengesellschaften emittieren - im Gegensatz zu vielen ausländischen Gesellschaften - regelmäßig Inhaberaktien.
    • Namensaktien
      Diese Aktien lauten auf den Namen natürlicher oder juristischer Personen. Der Eigentümer wird in das Aktienbuch der Gesellschaft eingetragen. Dem Unternehmen ist also der Kreis der Aktionäre namentlich bekannt. In Deutschland müssen Aktien als Namensaktien ausgegeben werden, wenn der Nennbetrag nur teilweise gezahlt wurde. Die Mindestzahlung liegt bei 25%. Weitere Rest-, Teil- oder Zusatzzahlungen können von der Aktiengesellschaft beschlossen werden.
    • Vinkulierte Namensaktien
      Bei diesen Aktien muss bei Übertragung auf einen anderen Aktionär die Zustimmung der Gesellschaft eingeholt werden. Die Gesellschaft behält dadurch den Überblick über den Aktionärskreis. Diese Art von Aktien kommt in Deutschland nicht oft vor.
  • Gewährung von Rechten
    Die Aktien einer Gesellschaft können verschiedene Rechte bei der Verteilung des Gewinns gewähren.
    • Stammaktien
      Diese gewähren dem Aktionär die gesetzlichen und satzungsmäßigen Rechte. Es handelt sich um den Normaltyp der Aktien.
    • Vorzugsaktien
      Diese sind hinsichtlich der Verteilung des Gewinns oder Liquiditionserlöses im Konkursfall
      mit Vorrechten ausgestattet. Im Regelfall sind Vorzugsaktien ohne Stimmrecht, sie können aber auch mit diesem emittiert werden. Vorzugsaktien dienen der Beschaffung von Eigenmitteln. Die Stimmrechtsverhältnisse der Hauptversammlung verschieben sich dadurch nicht.
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