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    Optionsscheine
   
a)Grundlagen
  1. Basiswerte
    Als Basiswerte kommen in Frage:
    • Aktien,
    • Anleihen,
    • Indizes,
    • Rohstoffe und
    • Währungen.
  2. Barausgleich statt Lieferung
    "Barausgleich" wird auch "Cash Settlement" genannt. Die Emissionsbedingungen der Optionsscheinen können einen Barausgleich in Geld vorsehen. Dies geschieht dort, wo eine Übertragung des Basiswertes nicht möglich ist, z.B. bei einem Index. Mit der Optionsausübung findet kein Erwerb des Basiswertes statt. Der Differenzbetrag zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktwert des Basiswertes wird ermittelt und an den Optionsscheininhaber ausgezahlt.
  3. Weitere Ausstattungsmerkmale
    In den Emissionsbedinungen findet der Anleger die Bezeichnung des Basiswertes und weitere Einzelheiten, die die Möglichkeiten des Kaufs oder Verkaufs betreffen. Dazu gehören:
    • Laufzeit,
    • Optionsverhältnis und
    • Basispreis
    • Laufzeit

    Vom Tag der Begebung bis zu dem Tag, an dem das Optionsrecht erlischt, dauert die Laufzeit eines Optionsscheines. Die Möglichkeit, das Optionsrecht auszuüben, und der börsliche Handel der Optionsscheine enden meistens einige Tage davor. In der Regel bedarf die Ausübung des Optionsrechtes einer ausdrücklichen Ausübungserklärung. Für den Fall, dass die Optionsscheine am Ende der Laufzeit werthaltig sind, können die Emissionsbedingungen eine automatische Ausübung vorsehen.
    Es gibt zwei verschiedene Optionsscheintypen:
    a)Amerikanischer Typ ("American Style"/amerikanische Option)
    Bei diesen Optionsscheinen kann das Optionsrecht an jedem Bankarbeitstag während der Laufzeit des Optionsscheines ausgeübt werden.
    b)Europäischer Typ ("European style"/europäische Option)
    Bei diesen Optionsscheinen kann das Optionsrecht nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden.

    Die Emissionsbedingungen können weitere Ausübungsbeschränkungen vorsehen, z.B. kann die Ausübung des Optionsrechtes nur innerhalb eines ganz bestimmten Zeitraumes während der Laufzeit möglich sein oder nur bei einer Mindeststückzahl gleichzeitig ausgeübter Optionsscheine.
    • Optionsverhältnis
      Der Inhaber eines Optionsscheins kann Einheiten des Basiswertes kaufen oder verkaufen. Seine Möglichkeiten werden vom Optionsverhältnis (Bezugsverhältnis) geregelt, welches angibt, wie viele Einheiten des Basiswertes bei der Berechnung des Barausgleichs zugrunde zu legen sind.
    • Basispreis
      Der Basispreis wird im voraus festgelegt und regelt, zu welcher Summe bei Ausübung des Optionsrechts der Basiswert gehandelt wird. Die Emissionsbedingungen können einen Barausgleich vorsehen, denn der Basispreis dient der Berechnung des Differenzbetrages, der gegebenenfalls an den Optionsscheininhaber auszuzahlen ist.

b)Funktionsweise
Im nachfolgenden werden die wichtigsten Funktionsweisen von Optionsscheinen erläutert, insbesondere die Motivationen, die hinter der Entscheidung für den Kauf eines Call- bzw. Put-Optionsscheins stehen.
  1. Hebelwirkung
    • Der Käufer hat einen Preis für den Optionsschein (und die aus dem Besitz resultierenden Rechte) zu zahlen, der sich durch Angebot und Nachfrage ergibt. Der Preis des Optionsscheins steht in enger Beziehung zu dem des Basiswertes und fällt in der Regel geringer aus. Jede Preisveränderung beim Basiswert löst eine prozentuale Veränderung im Preis des Optionsscheins aus (Hebelwirkung/"Leverage-Effekt"). Der Inhaber eines Optionsscheine nimmt überdurchschnittlich an Kursgewinnen und Kursverlusten des Basiswertes teil.
  2. Unterschiedliche Erwartungen
    • Käufer von Call- oder Put-Optionsscheinen haben unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich der Preisentwicklung des Basiswertes. Es bestehende folgende Zusammenhänge:
      • Kauf eines Calls
        Beim Kauf des Call-Optionsscheins erwartet der Käufer, dass während der Laufzeit der Preis des Basiswertes steigt.
      • Kauf eines Puts
    • Beim Kauf des Put-Optionsscheins erwartet der Käufer, dass während der Laufzeit der Preis des Basiswertes sinkt.

    Tritt das Gewünschte ein, gewinnt das Optionsrecht in beiden Fällen an Wert. Der Käufer hofft also, einen höheren Preis für seinen Optionsschein zu erzielen; er ist in der Regel gar nicht daran interessiert, das Optionsrecht auszuüben.

c)Bewertungskriterien und Preisbildungsfaktoren
Man bedient sich u. a. sogenannter statischer und dynamischer Kennzahlen, um eine qualitative Beurteilung von Optionsscheinen vornehmen zu können.
Statische Kennzahlen sind
  • Innerer Wert,
  • Zeitwert,
  • Aufgeld,
  • Break-even-Punkt und
  • Hebel.

Diese Kennzahlen bieten dem Anleger eine Hilfestellung bei der Anlageentscheidung. Wenn Optionsscheine weitgehend gleich ausgestattet sind, können Kennzahlen für ihren Vergleich verwendet werden. Schon geringfügige Veränderungen in der Ausstattung können diese Zahlen stark beeinflussen.
Nachfolgend werden die Kennzahlen näher erläutert.
  • Innerer Wert
    Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Basispreis und dem Kurs des Basiswertes. Das Optionsverhältnis ist als Faktor zu berücksichtigen.
    • "In the money"

    Wenn beim Call (bzw. Put) der aktuelle Kurs des Basiswertes über (bzw. unter) dem Basispreis liegt, weist ein Optionsschein einen inneren Wert auf. Er ist dann "im Geld" oder "in the money".
    • "Out of the money"

    Der Optionsschein hat keinen inneren Wert, wenn der aktuelle Kurs des Basiswertes unter dem Basispreis des Calls bzw. über dem Basispreis des Puts liegt. Er ist dann "aus dem Geld" oder "out of the money".
    • "At the money"

    Der Optionsschein hat keinen inneren Wert, wenn Basispreis und aktueller Kurs identisch sind. Er ist dann "am Geld" oder "at the money".
  • Zeitwert
    Aus der Differenz zwischen Optionsscheinkurs und innerem Wert errechnet sich der Zeitwert des Optionsscheins. Sollte dieser keinen inneren Wert besitzen, bestimmt der Zeitwert allein den Optionsscheinkurs. In seltenen Fällen kann ein Optionsschein mit einem negativen Zeitwert, d.h. unter seinem inneren Wert, gehandelt werden. Im wesentlichen wird die Höhe des Zeitwertes von der Volatilität des Basiswertes und der Restlaufzeit des Optionsscheins bestimmt. Je niedriger die Volatilität des Basiswertes und je kürzer die verbleibende Zeit bis zum Verfalltag, desto niedriger ist der Zeitwert. Mit abnehmender Restlaufzeit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Preisänderung beim Basiswert.
    Optionsscheine mit kürzeren Restlaufzeiten (bei gleichem Basiswert und gleichem Basispreis) haben in der Regel niedrigere Zeitwerte als solche mit längerer Laufzeit und somit eine abnehmende Gewinnchance für den Käufer.
    Der Optionsschein verliert an Zeitwert, bis dieser am Ende der Laufzeit gleich Null ist. Bei unveränderlichen Einflussfaktoren geschieht dies um so schneller, je näher der Verfalltag rückt. Der Wert des Optionsscheins wird am Verfalltag allein von seinem inneren Wert bestimmt. Diese Überlegung spielt für den Inhaber des Optionsschein eine wichtige Rolle, denn er realisiert einen Gewinn nicht durch Ausübung, sondern durch Verkauf. Hierbei vereinnahmt er neben dem inneren Wert auch den Zeitwert, der ihm ansonsten - bei einer Ausübung des Optionsscheins - verloren ginge.
  • Aufgeld
    Bei einem Call-Optionsschein gibt das Aufgeld an, um wieviel teurer der Erwerb des Basiswertes (durch Kauf und sofortige Optionsrechtausübung) gegenüber dem direkten Erwerb ist.
    Bei einem Put-Optionsschein gibt das Aufgeld an, um wieviel teurer der Verkauf des Basiswertes (durch Kauf und sofortige Optionssrechtausübung) gegenüber dem direkten Verkauf ist.
    Zur besseren Einschätzung des Optionsscheins wird das Aufgeld auf ein Laufzeitjahr bezogen. Das Aufgeld drückt - prozentual im Hinblick auf den aktuellen Kurs des Basiswertes - den Zeitwert des Optionsscheins aus, wenn dieser "in the money" ist.
  • Break-even-Punkt
    An einem bestimmten Kurs des Basiswertes läßt sich der Break-even-Punkt des Optionsscheins festmachen. Um eine Ausübung des Optionsscheins ohne Verlust zu ermöglichen, muss der Basiswert diesen Kurs erreichen. Bei Call-Optionsscheinen liegt dieser Kurs um einen gewissen Betrag über dem Basispreis, bei Put-Optionsscheinen dagegen etwas darunter.
    Den für den Optionsschein gezahlten Preis sowie die Transaktionskosten werden durch den Vorteil der Ausübung ausgeglichen. Wenn der Anleger die Ausübung des Optionsrechts beabsichtigt, hat der Break-even-Punkt für die Ermittlung der Gewinnschwelle eine Bedeutung. Der Break-even-Punkt sagt nichts über den konkreten Gewinn oder Verlust aus, wenn der Optionsschein verkauft werden soll. Ein Gewinn wird regelmäßig erzielt, wenn der Verkaufserlös den Kaufpreis des Optionsscheins plus aller Transaktionskosten übersteigt.
  • Hebel und Preissensitivität
    Als statische Kennzahl betrachtet charakterisiert der Hebel eines Optionsscheins prinzipiell das Verhältnis von demjenigen Kapitalbetrag, der zum Kauf des entsprechenden Basiswerts aufgewendet werden müsste (Kurs des Basiswerts), und dem für den Kauf des Optionsscheins notwendigen Kapital (Kurs des Optionsscheins). Einen Anhaltspunkt bietet die Größe des Hebels dafür, in welchem Maße der Käufer eines Optionsscheins an einer Kursveränderung des Basiswertes positiv oder negativ teilnimmt.
    Nur durch eine dynamische Betrachtung können die Auswirkungen des Hebels genauer beschrieben werden. Bei der Bewegung des Preises des zugrundeliegenden Basiswertes wandelt sich auch der Preis des Optionsscheins; in der Regel überproportional in Bezug auf das eingesetzte Kapital. Er verändert sich jedoch nicht in einem starren Verhältnis. Abhängig ist dies von der Wahrscheinlichkeit einer Ausübung des Optionsrechts. Es gilt: Je weiter sich der Optionsschein "ins Geld" bewegt, desto stärker ist seine Wertveränderung im Vergleich zum Basiswert. Er verliert langsamer an Wert, bewegt er sich umgekehrt, nämlich "aus dem Geld".
    Preissensitivitäten nahe bei 0 kommen Optionsscheinen zu, die "weit aus dem Geld" sind. Sie werden von Veränderungen des Basiswertpreises verhältnismäßig gering berührt.
    Preissensitivitäten nahe 1 bzw. -1 finden sich bei Optionsscheinen, die "tief im Geld" liegen. Ihr Wert besteht fast ausschließlich aus dem inneren Wert, der sich parallel zu dem Preis des Basiswertes bewegt.
    Es ist durchaus möglich, dass sich der Kurs des Basiswertes stark verändert, der Optionsscheinpreis jedoch nur unterproportional oder sogar überhaupt nicht darauf reagiert. Die Basispreisbewegung verändert im letzteren Fall nur das Aufgeld. Hierdurch wird sichtbar, warum die dynamische Betrachtungsweise für die Beurteilung des Optionsscheins von Bedeutung ist.
    Es gibt verschiedene Preisberechnungsmodelle zur Bestimmung von Optionsscheinpreisen. Diese zielen darauf ab, unter Einbezug aller Faktoren den theoretisch richtigen Optionsscheinpreis ("fair value") zu ermitteln.
  • Dynamische Kennzahlen
    Diese Zahlen erfassen die Veränderung des Optionspreises in Abhängigkeit von veränderlichen Größen, z.B. der Volatilität oder der Laufzeit. Mit ihrer Hilfe kann die zukünftige Preisentwicklung von Optionsscheinen abgeschätzt werden. Es sind komplexe Optionsbewertungsmodelle erforderlich, um sie hinreichend genau bestimmen zu können.

d)Formen von Optionsscheinen
Zunächst läßt sich eine grundsätzliche Unterscheidung in zwei Arten treffen:
a)Optionsscheine aus Optionsanleihen (traditionell) und
b)Naked Warrants.
a)Wenn der Käufer eines traditionelle Optionsscheine das Optionsrecht ausüben möchte, erfolgt die Gegenleistung in der Regel "physisch". Dies bedeutet, dass der Emittent den zugrundeliegenden Basiswert - z.B. die Aktie oder Anleihe - liefert; traditionell sind dies in der Regel Call-Optionsscheine. In Deutschland ist am häufigsten die Form der "Optionsanleihe auf Aktien" anzutreffen; ein Optionsschein dieser Anleiheform verbrieft das Recht, Aktien des jeweiligen Emittenten zu beziehen.
b)Naked Warrants stehen nicht im Zusammenhang mit Finanzierungsvorhaben von Unternehmen. Sie werden in der Regel von Wertpapierhandelshäusern und Banken emittiert. Anstelle der Lieferung des Basiswertes wird oft ein Barausgleich vorgesehen. Naked Warrants können als Call- und auch als Put-Optionsschein vorkommen.

Die Vielfalt bei den angebotenen Produkten bei den Naked Warrants ist groß. Der Emittent der Optionsscheine muß nicht mit dem Emittenten des Basiswertes identisch sein. Da eine physische Lieferung bei Ausübung oft nicht vorgesehen ist, kommen unterschiedlichste Basiswerte in Frage.
Covered Warrants ("Gedeckte Optionsscheine") sind eine Untergruppe der Naked Warrants und verbriefen das Recht zum physischen Bezug von Aktien. Diese befinden sich innerhalb der Laufzeit in einem gesondert gehaltenen Deckungsbestand, auf den in neuerer Zeit allerdings verzichtet wird. Dass die Lieferansprüche der Optionsscheinsinhaber bei Ausübung des Optionsrechts erfüllt werden, stellen die Emittenten durch Abschluss weiterer Finanztransaktionen sicher. Mittlerweile werden auch solche Optionsscheine durch den Begriff "Covered Warrants" erfasst, bei denen ein Barausgleich möglich ist.
Zu den wichtigsten Kriterien bei der Anlageentscheidung gehört der Basiswert des Optionsscheins. Im nachfolgenden werden gängige Einzelformen von Naked Warrants vorgestellt. Sie lassen sich durch unterschiedliche Arten von Basiswerten charakterisieren.
  • Aktien-Optionsscheine
    Die Kursentwicklung der Aktie ist für den Käufer von Aktien-Optionsscheinen entscheidend. Der Inhaber eines Call-Optionsscheins profitiert in der Regel von steigenden, der Inhaber von Put-Optionsscheinen in der Regel von fallenden Aktienkursen des betreffenden Wertes.
  • Zins-Optionsscheine
    Für den Käufer eines Zins-Optionsscheins ist die Kursentwicklung der Anleihe entscheidend, welche maßgeblich von der Entwicklung des Marktzinsniveaus abhängt. Der Inhaber eines Zins-Call-Optionsscheins profitiert grundsätzlich von fallenden Kapitalmarktzinsen, da sinkende Zinsen steigende Anleihekurse bedeuten; der Inhaber eines Zins-Put-Optionsscheins profitiert hingegen von steigenden Kapitalmarktzinsen, da diese sinkende Anleihekurse signalisieren.
  • Währungs-Optionsscheine
    Auf die verschiedensten Währungen gibt es Währungs-Optionsscheine. Der Inhaber eines Call-Optionsscheins profitiert in der Regel von steigenden, der Inhaber eines Put-Optionsscheins in der Regel von fallenden Wechselkursen.
  • Rohstoff-Optionsscheine
    Den Preis des Optionsscheins wird maßgeblich von der Preisentwicklung des zugrundeliegenden Rohstoffes bestimmt. Bei einem Preiserhöhung des Rohstoffes steigt der Preis von Call-Optionsscheinen, während bei einem Rohstoff-Preisrückgang der Preis eines Put-Optionsscheines steigt. Zu den wichtigsten Rohstoffen gehören Edelmetalle und Öle.
  • Index-Optionsscheine
    Ein Aktienindex kann als Basiswert von Index-Optionsscheinen dienen. Der Preis des Optionsscheins wird durch die Indexentwicklung maßgeblich bestimmt. Bei steigendem bzw. fallendem Indexverlauf steigt bzw. sinkt der Preis von Call-Optionsscheinen. Bei rückläufiger bzw. ansteigender Indexentwicklung steigt bzw. sinkt der Preis eines Put-Optionscheins.
  • Sonderformen von Optionsscheinen
    • Basket-Optionsscheine
      Bei diesen Optionsscheinen kauft der Inhaber einen genau definierten Korb von Basiswerten. Diese Optionsscheine können auch einen entsprechenden Barausgleich vorsehen. Oft besteht der Korb aus Aktien verschiedener Unternehmen einer bestimmten Branche eines Landes bzw. mehrerer Länder.
    • Turbo-Optionsscheine
      Diese Optionsscheine berechtigen den Inhaber auch zum Bezug von anderen Optionsscheinen. Aufgrund der vergleichsweise großen Hebel werden sie "Turbo-Optionsscheine" genannt.
  • Exotische Optionsscheine
    Diese differieren von herkömmlichen Optionsscheinen durch die Art des Optionsrechts. Sie können sich auch durch das Hinzukommen zusätzlicher Bedingungen, die den Inhalt des Optionsrechts verändern, unterscheiden.
    Im nachfolgenden werden verschiedene exotische Optionsscheine vorgestellt. Eine vollständige Aufzählung ist wegen der Vielzahl von Variationen nicht möglich.
    a)Barrier-Optionsscheine
    Wenn der Basiswert einen im voraus bestimmten Kurs erreicht ("Barrier"), verbriefen diese Scheine Optionen, die entweder entstehen ("knock in") oder erlöschen ("knock out"). Diese Ausstattungsmerkmale können jeder Art von Optionsrechten hinzugefügt werden. Es existieren sehr unterschiedliche Ausgestaltungsmöglichkeiten von Barrier-Optionsscheinen, bei denen nur die Beschaffung detaillierter Informationen Aufschluss über das konkrete Chance-Risiko-Profil geben kann. Bei diesen Optionsscheinen ist die Gewinnchance gegenüber Standardoptionsscheinen eingeschränkt, was das Verlustrisiko erhöht. Der Preis für Barrier-Optionsscheine ist daher sehr niedrig. Der Anleger muss eine präzise Vorstellung von möglichen Kursentwicklungen des Basiswertes haben, um diese Scheine zu nutzen.
    Achtung: Je nach Ausgestaltung der Barrieren können sich diese auf den im außerbörslichen Handel erreichten Kurs oder auf den Börsenkurs des Basiswertes beziehen.
    b)Digital-Optionsscheine
    Diese verbriefen dem Käufer das Recht auf Auszahlung eines im voraus bestimmten festen Betrages. Die Auszahlung des Betrages erfolgt, wenn der Kurs des Basiswertes den vereinbarten Basispreis am Laufzeitende (europäische Option) über- bzw. unterschreitet. Oder wenn der Kurs zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit der Option (amerikanische Option) über- bzw. unterschritten wird. Wie weit der Kurs des Basiswertes über bzw. unter dem Basispreis liegt, ist dabei unerheblich - die Höhe der Auszahlung wird hierdurch nicht beeinflusst.
    In der Regel kommen diese Optionsscheine dann zum Einsatz, wenn Voraussagen über den Kurs des Basiswertes bei Fälligkeit als nicht sehr verläßlich und die Kosten für einen Standardoptionsschein als zu hoch eingeschätzt werden. Das Ertragspotential wird gleichzeitig auf einen festen Betrag begrenzt. Digital-Optionen werden häufig mit anderen Optionen kombiniert.
    Achtung: Zum Totalverlust des für den Kauf des Optionsscheins eingesetzten Kapitals kommt es, wenn der Kurs des Basiswertes am Fälligkeitstag unter (Call) bzw. über (Put) dem Basispreis des Optionsscheins liegt. Das Optionsrecht verfällt dann wertlos.
    c)Range-Strukturen
    Am Ende der Laufzeit erhält der Käufer bei Bandbreiten-Optionsscheinen ("Range") einen Betrag, dessen Höhe davon abhängt, ob während der Laufzeit der Kurs eines Basiswertes (bzw. mehrerer Basiswerte) über oder unter einem "Grenzwert" (bzw. zwischen mehreren vereinbarten "Grenzwerten") verläuft. Wenn für den Kurs des Basiswertes ein Seitwärtstrend und eine sich verringernde Volatilität in Aussicht stehen, werden Range-Optionsscheine eingesetzt.
    Je nach Ausgestaltung können verschiedene Typen von Range-Optionsscheinen unterschiedliche Chance-Risiko-Profile ausweisen. Für den Preis eines Optionsscheins und die Höhe der Auszahlung kann es entscheidend sein, ob in den Emissionsbedinungen auf Kalender- oder Börsentage Bezug genommen wird.
    Hier ein paar Beispiele für Range-Optionsscheine:
    Bottom Up/Top Down: Dem Anleger wird ein fester Betrag gutgeschrieben für jeden Tag, an dem der Kurs des Basiswerts über ("Bottom Up") bzw. unter ("Top Up") dem in den Emissionsbedingungen festgelegten Grenzwert liegt. Am Laufzeitende erfolgt die Auszahlung des angesammelten Gesamtbetrages.
    Single Range: Dem Anleger wird ein fester Betrag gutgeschrieben für jeden Tag, an dem der Kurs des Basiswerts über dem unteren oder unter dem oberen Grenzwert festgestellt wird. Am Laufzeitende erfolgt die Auszahlung des angesammelten Gesamtbetrages.
  • Kombinationen verschiedener Optionen
    Um das Risiko des Totalverlustes zu verringern oder die Ertragschancen zu steigern, wird häufig die Kombination von Optionen gewählt. Es werden dadurch neue Produkte geschaffen, und zwar entweder aus der Kombination mehrerer exotischer Optionen oder aus der Kombination von traditionellen und exotischen Optionen.

e)Optionsscheingeschäfte als Börsentermingeschäfte
Die Rechtsprechung hat einzelne Formen von Geschäften mit Naked Warrants als Börsentermingeschäfte qualifiziert.
Für den privaten Anleger heißt das: Um nach § 53 Absatz 2 des Börsengesetzes Börsentermingeschäfte abschließen zu können, muss der Anleger börsentermingeschäftsfähig sein. Dazu muss der Anleger sich, falls er nicht bereits börsentermingeschäftsfähig ist, ausreichend über das Thema informieren und das Merkblatt "Wichtige Informationen über die Verlustrisiken bei Börsentermingeschäften" unterzeichnen.
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