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Rentenhistorie

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Früher gab es den Sparstrumpf, dann das ''alle für einen'' und morgen?

Als es 1889 mit der Einführung der Renten- und Invalidenversicherung durch den "Eisernen Kanzler" Bismarck begann, lag der Rentensatz bei 1,7 Prozent und das Rentenalter begann bei 70 Jahren. Schon damals wurden die Beiträge je zur Hälfte von Arbeitern und Unternehmern gezahlt.

Wirtschaftswachstum, Wohlstand und himmlische soziale Verhältnisse (gegenüber damals) haben die damaligen Zustände deutlich verbessert. Forderungen der Arbeitnehmer in guten Zeiten und politische Zugeständnisse der Parteien haben den Prozentsatz deutlich auf 19,5 Prozent (2005) angehoben. Trotzdem wird das Renteniveau des 20. Jahrhunderts nicht mehr gehalten werden können.

Alte Menschen hatten im vorletzten Jahrhundert meist ein hartes Leben. Mit zunehmendem Alter fiel die Arbeit immer schwerer, und irgendwann mussten Kinder oder die öffentliche Armenfürsorge als Versorger einspringen.

Als 1889 beschlossen wurde, zur Verringerung des Ausmaßes der Altersarmut die "Renten- und Invalidenversicherung" einzuführen, konnte niemand ahnen, dass die Lebenserwartung zunehmen, verbesserte Lebensbedingungen zu längeren Ausbildungszeiten und Sozialgesetze, Wohlstand und die Erfindung der "Pille" zu einer dramatischen Verringerung der Geburtenrate führen würde.

Von Armenhilfe zum heutigen Lebensstandard

Im Laufe der Jahre hat sich die gesetzliche Rentenversicherung erheblich verändert. Ihre Geschichte ist geprägt von grundlegenden Reformen. Die in der Geschichte wohl wichtigste Rechtsänderung brachte die große Rentenreform von 1957 mit sich. Wegbereitende Neuerungen waren unter anderem die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten, die "lohnbezogene" Rentenformel, wonach sich die Rente am Einkommen des Arbeitnehmers orientiert, sowie die Finanzierung der Rente durch die aktiv Versicherten ("Umlageverfahren"). Die Rentenreform von 1972 öffnete die Rentenversicherung erstmals auch für Selbstständige und Hausfrauen, sorgte für flexiblere Altersgrenzen und etablierte die "Rente nach Mindesteinkommen" für Kleinverdiener.

Die Leistungen wurden massiv ausgeweitet - die gesetzliche Rente soll nicht mehr Armut vermeiden, sondern den erreichten Lebensstandard absichern.

Sofortige Auszahlung an die Rentner-Generation

Das Umlageverfahren funktioniert jedoch nur dann reibungslos, wenn das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern einigermaßen konstant bleibt. So haben lange Zeit 100 Beitragszahler ca. 30 Rentner finanziert. Durch steigende Lebenserwartung, hohe Arbeitslosigkeit und vor allem den dauerhaften Geburtenrückgang wird sich das Verhältnis aber in den kommenden Jahrzehnten noch deutlich verschlechtern.

Die Rente ist über den aktuellen Rentenwert mit der Entwicklung der durchschnittlichen Löhne und Gehälter verknüpft. Der Rentenwert ist der Monatsbetrag, der sich nach einem Jahr Durchschnittsverdienst als monatliche Altersrente ergibt.

Ursprünglich sollte die Lohnindexierung dafür Sorge tragen, dass die gesetzlichen Altersbezüge mit der allgemeinen Wohlstandsentwicklung Schritt halten. Doch mittlerweile hat sich das wirtschaftliche Wachstum von der Einkommensentwicklung abgekoppelt. Das Ziel, die Rentner am allgemeinen Wohlstandszuwachs zu beteiligen, wird nicht mehr erreicht.

Lebenserwartung und Rentenzugangsalter

Ein grundlegender Ansatz, die demographische Herausforderung für Sozialsysteme und Arbeitsmärkte zu lösen, besteht in einer angemessenen Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Die Lebenserwartung ist in der Vergangenheit stark gestiegen, gleichzeitig ist das Rentenzugangsalter gesunken. Die Menschen werden älter und sie gehen früher in Rente. Die wirtschaftlich produktive Lebenszeit wird damit kürzer, die Phase, in der Versorgungsansprüche geltend gemacht werden, hingegen immer länger. Auf Dauer kann das nicht gut gehen.

Schon 2040: Ein Beitragszahler auf einen Rentner

Man muss heute damit rechnen, dass etwa ab 2040 auf einen Beitragszahler ein Rentner kommt. Renten in der heutigen Höhe werden dann nicht mehr zu finanzieren sein. Wer also heute Beiträge zur Rentenversicherung zahlt, kann nicht mehr darauf vertrauen, in 30 oder 40 Jahren eine angemessene Gegenleistung zu erhalten.

Beispiel: Wenn ein heutiger Rentner 40 Jahre lang genau das Durchschnittseinkommen aller Versicherten verdient hat, bekommt er etwa 1.050 Euro Monatsrente. Davon ist die Hälfte steuerfrei. Ein heute 25-Jähriger muss sich hingegen bei gleichen Einkommensverhältnissen auf deutliche Einbußen gefasst machen: Schon heute beschlossen sind Kürzungen auf rund 850 Euro - die dann auch noch voll zu versteuern sind!

Ergänzende Altersvorsorge gewinnt an Bedeutung

Daher ist ergänzende Altersvorsorge wichtig und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Neben der gesetzlichen Rente bzw. Pension sowie der Basis-Rente (auch "Rürup-Rente"), der so genannten "ersten Schicht", sollte die Altersvorsorge deshalb auf zwei weiteren Schichten ruhen: der betrieblichen und der privaten Vorsorge sowie der "Riester-Rente (zweite Schicht). Als dritte Schicht dienen Kapitalanlageprodukte wie die klassische Lebensversicherung, die Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht, Fonds / Aktien und Immobilienbesitz.

Die drei Schichten oder Ebenen unterscheiden sich im wesentlichen durch ihre unterschiedliche steuerliche Behandlung.

Betriebliche Vorsorge

Zur betrieblichen Vorsorge gehören fünf gesetzlich genau vorgeschriebene Anlageformen oder auch "Durchführungswege". Sie wird ganz oder teilweise vom Arbeitgeber finanziert und oft vom Staat gefördert, beispielsweise durch Steuervergünstigungen. In vielen Fällen muss der Mitarbeiter eigene Beiträge leisten. Je nach Position ist es auch üblich, Teile des Gehalts nicht sofort auszuzahlen, sondern stattdessen in die betriebliche Altersversorgung einzuzahlen.

Private Vorsorge

Zur privaten Vorsorge gehörten alle anderen Geldanlagen, wobei in Deutschland die Kapitallebensversicherung und das Eigenheim das größte Gewicht haben. Nach dem Alterseinkünftegesetz 2004 sind die Erträge der Kapitallebensversicherung und der Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht grundsätzlich voll zu versteuern und macht diese Anlageform für die Altersversorgung kaum noch interessant. Hier kommen die bereits genannten "drei-Schichten" der Altersversorgung zum Tragen und werden im weiteren entsprechend behandelt.

"Private" Vorsorge ist allerdings oft nicht völlig privat: So werden etwa die weit verbreiteten vermögenswirksamen Leistungen (VL) in vielen Branchen zum Teil vom Arbeitgeber finanziert und bis zu bestimmten Einkommensgrenzen vom Staat durch Zulagen gefördert.

Da die gesetzliche Rente lange Zeit den Lebensstandard sichern sollte, steuert sie heute im Schnitt 80 Prozent zum Einkommen eines Rentners bei, bei vielen Rentnern sicherlich an die 100 Prozent. Durchschnittlich 15 Prozent kommen aus privater Vorsorge und nur 5 Prozent aus der betrieblichen.

In den kommenden Jahrzehnten wird das Gewicht der gesetzlichen Rente stark fallen, wohl auf 50 bis maximal 60 Prozent - um den Rest werden wir uns mit Ihnen gemeinsam verstärkt kümmern müssen.

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