Versicherungslexikon

Versicherungslexikon

zurück senden drucken 

Aktuar

Band 1 der Brockhaus-Enzyklopädie (19. Auflage, Mannheim 1986) stellt den Aktuar als Gerichtsschreiber, Protokollführer im älteren Prozeßrecht, vor, hergeleitet aus lat. "Schnellschreiber", "Buchhalter", eigentlich "leicht in Bewegung zu setzen". Ähnlich informiert uns der "Duden" (Die Deutsche Rechtschreibung, 20. Auflage, Mannheim, 1991), und auch "Der große Herder" (Freiburg, 1952) konnte zum Stichwort "Aktuar(ius)" nur einen ursprünglichen Referendar und mittleren Gerichtsbeamten beisteuern.

Ein Aktuar spielt nun auch in der Haftpflichtversicherung eine Rolle (was Otto Normalkunde überhaupt nicht gewahr wird): § 11 e VAG schreibt nämlich für die Allgemeine Haftpflichtversicherung - und auch für die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung - die Bestellung eines verantwortlichen Aktuars vor. Er hat sicherzustellen, daß die einschlägigen Rechtsvorschriften für die Berechnung der Deckungsrückstellungen von Renten eingehalten werden. Die Vorschriften für Lebensversicherungen gelten entsprechend.

Die fachliche Eignung dieses Typs von "Aktuar" setzt per Gesetz ausreichende Kenntnisse in der Versicherungsmathematik und Berufserfahrung voraus. So erläutert Gablers "Versicherungslexikon" (Wiesbaden, 1994, S. 22) den "Aktuar" vor der gesetzlichen Einführung des "Verantwortlichen Aktuars" schlicht als "Bezeichnung für Versicherungsmathematiker". Zur Ehrenrettung der Lexikographen sei angemerkt, daß Meyers "Enzyklopädisches Lexikon" (Mannheim, 1971) schon vor einem Vierteljahrhundert den Aktuar als "wissenschaftlichen Versicherungs- und Wirtschaftsmathematiker" ausgemacht hat.

(Quelle: Versicherungswirtschaft Heft 17/1996, S. 1217)


 
© 2009 alle Rechte vorbehalten beim Betreiber bzw. Inhaber dieser Domain zurück  senden  drucken